Max Kohn, ohne Titel, 2008, Draht, Holz, Gipsbinden, Polyeruthanschaum, Gips, Farbe, 128 x 108 x 128 cm
ohne Titel, 2008
Max Kohn
Plastik, ohne Titel, 2008
Draht, Holz, Gipsbinden, Polyeruthanschaum, Gips, Farbe, 128 x 108 x 128 cm
1. Symposion "Gipfelkunst am Schaumberg"
Tholey, Schaumberg, Herzweg
Max Kohn macht es mir mit seiner Arbeit nicht eben leicht, sie in das Gesamtkonzept einzuordnen. Sein Objekt ist ein Herz - oder das Bild eines Herzens - nicht mit Kammern, Klappen, Gefäßen - sondern das Symbol, das Zeichen, das nicht für das Organ, sondern für das steht, was dort lokalisiert, in unserer Vorstellung lokalisiert wird: Gefühle, wie Glück, Begeisterung, Trauer...
Kohns Objekt steht dominant in Farbe und Form in der Landschaft - scheinbar beziehungslos - erst der Titel der vielleicht intellektuellsten Arbeit am Herzweg (doch ein Bezug?)
"Gin ech op ee Bierg, da scheimt main Haerz iwwer vu Loscht a Freed!" - eine entwaffnende Weltumarmung schlägt uns entgegen - um es etwas zurückhaltender auszudrücken: ein Gedicht von Joseph von Eichendorff:
Schweigt der Menschen laute Lust,
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen
Was dem Herzen kaum bewusst,
Alte Zeiten, linde Trauer;
Und es Schweifen leise Schauer
Wetterleuchten durch die Brust.
Und in William Harveys "Die Bewegung des Herzens und des Blutes" von 1628 heißt es: "Das Herz der Lebewesen ist der Grundstock ihres Lebens, der Fürst ihrer aller, der kleinen Welt Sonne, von der alles Leben anhängt, alle Frische und Kraft ausstrahlt."
Bibliografie
Michael Jähne
letzte Änderung: Mittwoch, 25.11.2009